Nachteulengottesdienst - Neues Gottesdienstform in Gerhardshofen gestartet

Nachteuelengottesdienst Station Himmelsleiter
Bildrechte Bernd Kalb

Mit dem Nachteulen-Gottesdienst bediente sich die Kirchengemeinde Gerhardshofen erstmals einer neuen Gottesdienstform. Am 18. September 2026 um 20 Uhr startete „der Weg durch die Nacht“ auf dem Dachsbacher Friedhof, wo Pfarrer Johannes Kestler alle Besucher und Mitwirkende begrüßte und über die Besonderheit des Ortes und der Nacht sprach. 

Im Anschluss wurden zwei Gruppen gebildet, damit alle 90 „Nachteulen“ die Stationen gut miterleben konnten.Begleitet wurden die Gruppen von Fackelträgern, die aus der evangelischen Landjugend Gerhardshofen stammten. Sie zeigten den Weg und erhellten die Nacht stimmungsvoll. An den vier Stationen (Die Nacht als Quelle der Kraft, Brücken bauen, Jakobs Leiter und Lied der Erde) entlang des Weges im Aischgrund bis zur Peter und Paul-Kirche in Gerhardshofen konnten die Besucher vielfältige Gedankenanstöße auf sich wirken lassen.

Mit viel Liebe wurden die einzelnen Stationen vorbereitet und stimmungsvoll gestaltet und beleuchtet. Sogar die Birnbaumer Feuerwehr half bei der Befestigung der Himmelsleiter mit.

Station 1: Die Nacht als Quelle der Kraft: Auch wenn wir uns manchmal nachts von einer Seite auf die andere Seite wälzen, weil uns viele Gedanken durch den Kopf gehen, so birgt die Nacht auch ungeahnte Kräfte und auch Jesus zog sich gern nachts in die Berge zurück, um mit seinem Vater tiefgreifende Gespräche zu führen. Die Station an der Aisch lud auch zu einer erheiternden Geschichte über Fische ein, die meinten, sie hätten noch nie Wasser gesehen. So geht es uns Menschen auch manchmal: Obwohl Gott in allen Dingen ist, fragen sich einige, ob es Gott geben kann und wer dieser Gott ist. Am Ende der Station gab es eine Tauferinnerung und ein kleines Fischlein.

Station 2: Brücken bauen: Mit der Petrus-Geschichte und seiner dreimaligen Verleugnung Jesu hören die Besucher von der Verzweiflung Petrus. Seine Erkenntnis, versagt zu haben und nun von Jesus getrennt zu sein, lässt ihn verzweifeln. Doch Jesus vergibt ihm und reicht ihm die Hand. Dargestellt wird diese Szene mit der Brücke, vor der die Besucher stehen: Die Brücke überwindet Gräben, die zwischen Menschen oder zwischen Gott und den Menschen stehen. Mit dem Ablegen eines (Sorgen-)Steines auf dem Brückengeländer befreien sich die Besucher von einer Last, die sie mit sich tragen. Jesus reicht uns Menschen immer die Hand, vergibt uns und hilft uns damit Gräben zu überwinden.

Station 3: Jakobs Leiter: sein Weg führt Jakob, der seinen Bruder um sein Erbe gebracht hat, in der Nacht in eine verängstigende und ungewisse Zukunft. Im Traum sieht er eine Leiter, die Himmel und Erde miteinander verbindet. Gottes Boten steigen die Himmelseiter auf und ab. Der Herr, der auf der Leiter steht, sagt: ich verlasse dich nicht. Am Morgen ist er verändert, da er nun weiß, dass Gott ihn auf seinem Weg begleitet. Die Leiter ist die Verbindung der Menschen mit Gott. Gott hat sich uns zugewandt. Glaube bedeutet nicht, den ganzen Weg zu sehen, sondern auf Gottes Zusage zu vertrauen: ich bin mit dir. Am Ende der Station gab es ein Säckchen mit einem kleinen Stein, einer kleinen Leiter und einem Brief.

Station 4: Lied der Erde: mit diesem Lied, das Menschen im hohen Norden singen, um Gottes Schöpfung zu preisen, wurden die Besucher in Empfang genommen. Der freie Blick in den Himmel mit all seinen unzählbaren Sternen und dem abnehmenden Mond macht uns bewusst, dass Gott die Sonne für den Tag und die Sterne für die Nacht geschaffen hat. Die schier unvollstellbare Zahl an Sternen zeigt uns die Größe Gottes und auch der Mensch besteht aus vielen Billionen Zellen und damit einzigartig. Wir können uns als Teil der Schöpfung sehen und uns mit Gott verbunden fühlen.

 

Die Feuerschale vor der Peter und Paul-Kirche in Gerhardshofen lud zum Verweilen und Nachsinnen ein.

Den Abschluss gestaltete Pfarrer Sebastian Schultheiß mit einer Andacht in der Kirche, in der er nochmals einige Inhalte der Stationen aufnahm und die Besonderheit der Nacht hervorhob. Wir dürfen uns gewiss sein, dass Gott immer für uns da ist, wir alle Sorgen ihm vorbringen dürfen und gestärkt aus jeder Nacht hervorgehen können. Er wendet sich uns zu, reicht uns die Hand, damit wir Gräben überwinden können und wir sind seine einzigartigen Geschöpfe.

Das Lied „Bewahre uns Gott“, begleitet von Winfried Hübner an der Orgel, beendete den zweistündigen Nachteulen-Gottesdienst.

Ein Busshuttle-Service brachte Besucher zurück zur Dachsbacher Kirche.

Der Nachteulen-Gottesdienst kann übrigens nochmals abgelaufen werden, da an den Stationen die QR-Codes hängen, mit denen man die Texte nachlesen und hören kann. Gehen Sie hinter dem Friedhof Richtung Aisch. An der ersten Brücke befindet sich der QR-Code der ersten Station. Laufen Sie dann Richtung Gerhardshofen, um die anderen drei Stationen mit ihren Codes zu entdecken.

Auch auf der Homepage der Kirchengemeinde Gerhardshofen sind diese zu finden. Die Links sind bis Mitte November aktiv.

 

Text: Gloria Ott